top of page
010625-133.jpg
Suche

Ehrenmitglied Herbert Gmeinder verstorben

  • Admin
  • 4. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Abschied von einer Vereinslegende

08.07.1930 – 03.11.2025


Im Sommer konnten wir unserem Ehrenmitglied Herbert noch bei guter Gesundheit zum 95. Geburtstag gratulieren, nun ist er an den Folgen eines unglücklichen Sturzes im Beisein seiner Kinder friedlich eingeschlafen.


Mit Herbert verliert der Verein den letzten Vertreter der Gründergeneration. Wiewohl bei der Vereinsgründung erst 16 Jahre alt, war er ein „Mann der ersten Stunde“, half beim Platzbau an der Ach mit und schaffte es als Spieler rasch in die Kampfmannschaft. Dort machte er bis 1960 fast 150 Spiele, einen großen Teil davon als Kapitän. An die Anfänge konnte er sich bei einem Gespräch für die Vereinschronik „75 Jahre FC Wolfurt“ vor drei Jahren noch ganz genau erinnern:


"Also beim Platz an der Ach stand bald eine einfache Holzhütte, aber ohne Fließwasser. Gewaschen hat man sich unten an der Ach. Fußballschuhe waren am Anfang auch Fehlanzeige, wir haben halt an festen Schuhen selbst ein bisschen herumgenagelt. Bei den Dressen haben wir uns gleich auf die Wolfurter Farben blau-gelb festgelegt, kaufen konnten wir sie in den ersten Jahren aber nicht. Man spielte mit schwarz-weiß, weil da jeder etwas Ähnliches zu Hause hatte. Mehr als zwei Bälle hat es beim Training nie gegeben. Wir haben dann zu Freundschaftsspielen sehr gerne Schweizer Vereine eingeladen oder diese besucht, weil sie uns jedes Mal einen guten Ball geschenkt haben, den wir für die Meisterschaftsspiele verwenden konnten. Einen solchen Ball in die Bregenzerache zu schießen, kam einem strafbaren Vergehen gleich, außer Friedl Diem konnte ihn nach einem Dauerlauf auf der Achbrücke mittels langer Stange und Fischernetz noch retten."

1949 holte der neue Obmann Rudi Fitz sen. (Nachfolger von Gründungsobmann Ludwig Rohner) den erst 19-jährigen Herbert Gmeinder als Schriftführer in den Vorstand. Von diesem Tag war er bis zum Sommer 1985 insgesamt 36 Jahre lang (!!!) ununterbrochen Mitglied des Vereinsvorstands – als Schriftführer, Sportwart, Beirat und von 1955 bis 1958 auch als jüngster Obmann der Vereinsgeschichte.


Am wohlsten fühlte sich Herbert mit seinem kongenialen Partner und Freund Karl Klettl im sportlichen Bereich. So führte er den Verein als Sportwart 1960 in die Vorarlberger Landesliga und 1966 in die Regionalliga West – Heimspiele gegen Austria Salzburg oder den FC Dornbirn vor 1500 Zuschauern bleiben für immer unvergessen.


Herbert war immer ein Freund von klaren Worten und präzisen Analysen. Daran änderte sich auch nichts, als er die Reservemannschaft (heute 1b) zu drei Meistertiteln in Folge führte und später die Entwicklung des Vereins „nur“ noch als Zuschauer verfolgte.


Herberts Liebe zum FC Wolfurt konnte bis ins hohe Alter nichts erschüttern, bis zuletzt besuchte er nach Möglichkeit alle großen Veranstaltungen und Feiern des Vereins. Wenn Freunde aus alten Tagen ihn besuchten, war der FCW das Hauptthema, und von seinen Töchtern Karin und Sabine war immer wieder zu hören, dass sie in sämtlichen Medien stets das Neueste zum Fußballgeschehen recherchieren und berichten „durften“.


Nun hat sich Herbert mit 95 Jahren verabschiedet. Mit ihm verblasst im Verein die lebendige Erinnerung an die Gründerzeit - der FC Wolfurt ist um eine wahre Legende ärmer. Danke für alles, Herbert!



1 Porträt Herbert Gmeinder

2 Alle drei Gmeinder-Brüder auf einem Foto: Hinten Herbert, vorne links Helmut, rechts Richard

3 FC Wolfurt-Meistermannschaft 1966 mit Obmann Otto Fitz (stehend rechts) und Sportwart Herbert Gmeinder (links)

4 Reserve-Meistermannschaft 1975 mit Betreuer Herbert Gmeinder (vorne rechts) und Sportwart Reinhold Schwarz (hinten rechts)

5 Foto mit zehn Obmännern im Sommer 2022. Vorne in der Mitte Herbert Gmeinder


 
 
bottom of page